Amthaus Bern

 

Wettbewerb: 1976
Fertigstellung: 1981
Auftraggeber: Baudirektion des Kantons Bern


Umbau und Erweiterung des Verwaltungs- und Gerichtsgebäudes des Kantons. Das Amthaus, ein Bau aus dem späten 19. Jahrhundert in der Berner Innenstadt, bestand bereits vor dem Umbau aus zwei Teilen, einem massiven, auf Repräsentation ausgerichteten Verwaltungsbereich mit einer entsprechenden, gegen die Strasse gerichteten Fassade und einem direkt angebauten, eher ärmlich ausgestalteten Gefängnistrakt, der sich gegen den Hof richtete. Die zusätzlich benötigten Büroflächen werden geschaffen, indem der repräsentative Teil des Hauses - der sich in recht gutem Zustand befindet - renoviert und teilweise umgebaut, der baufällige alte Gefängnistrakt aber abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt wird, der sich direkt an das alte Haus anfügt. Trotz des Ineinanderfügens der beiden Bauten soll immer klar ablesbar bleiben, was heute gebaut worden ist und was vor hundert Jahren. Dabei soll sich der Neubau aber doch in irgend einer Weise dem Reichtum an plastischen und dekorativen Elementen des alten Amthauses gegenüber behaupten können. Im Äusseren wird dies dadurch erreicht, dass der gesamte konstruktive Aufbau der neuen Fassade bis ins letzte Detail sichtbar gemacht wird. Nach dem gleichen Prinzip wird der neue Bau auch im Inneren gestaltet. Hier sind es die unverkleideten Stahlstützen, die fein gegliederten Glasdächer über den Innenhöfen und die verglasten Treppenläufe sowie die aus offenen Profilen konstruierten Türen und Oberlichtbänder in und über den Trennwänden, die dem Dekor des Altbaus gegenüberstehen. Als eigentliches Signet des Neubaus wird ein "Glaslift" in den Altbau hineingefügt, der den Besucher bereits in der Eingangspartie erkennen lässt, dass hier ein neuer Bau in und an das alte Amthaus gebaut worden ist. Der Künstler Roland Gfeller Corthésy unterstreicht dies mit seinen eigenwilligen, nur andeutungsweise angebrachten Wandmalereien und deutet damit in seiner Weise auf die Komplexität des Zusammenspiels von Eigenständigkeit und Zusammenhang der beiden Gebäude hin.

 

Historische Zugangsfront
Erweiterung Innenhof
Glastreppe Innenhof
Übergang Alt- und Neubau
Konzeptidee
Innenperspektive
1983 Kunstmuseum Bern1981 Nationalbank Galleria Bern